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Jüdisches Lehrhaus Göttingen e.V.

gegründet am 16. Juni 2002

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Ein Lehrhaus ist kein Haus aus Stein, sondern aus Worten.

Nächste Veranstaltung:

„Der Kaufmann von Venedig“
Drama vom Geld und dem Juden. Geldwirtschaft und Antisemitismus bei Shakespeare

am 17. Oktober 2021 um 16 Uhr in der Begegnungsstätte Löwenstein
mit Dr. Hermann Engster

Mit einem immer wieder – leider – aktuellen Thema befasst sich der Lernnachmittag am 17. Oktober 2021. Unser Referent Dr. Hermann Engster, jetzt als Dozent für Literatur und Musik an der Universität des dritten Lebensalters in Göttingen tätig, zeigt uns einen historischen Aspekt des Antisemitismus anschaulich auf:

Im Jahr 1290 werden durch königliches Dekret die Juden aus England vertrieben. Nur wenige hundert Juden leben Ende des 16. Jahrhunderts, teils verdeckt, teils noch geduldet, in London. Trotzdem flammt, dreihundert Jahre danach, in zahlreichen und höchst populären Dramen der Judenhass wieder auf, am bösartigsten in Christopher Marlowes Stück „Der Jude von Malta“, und bis heute fortlebend in Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ mit der Figur des rachsüchtigen Geldverleihers Shylock. Wie ist das zu erklären?

Es sind vor allem politisch-ökonomische Gründe ausschlaggebend. Die Investitionen in kostspielige, aber höchst profitable Handelsfahrten nach Übersee im 16. Jahrhundert erfordern die Entwicklung einer historisch neuartigen Kreditwirtschaft. Da Kreditgeschäfte gegen Zins Christen verboten sind, wird das Geldverleihen zumeist von Juden betrieben. Shakespeare sind die ökonomischen Notwendigkeiten nicht bewusst; er behandelt in seinem Drama das Problem als religiösen Konflikt und lädt diesen mit seiner bösartigen Judenkarikatur mittels fortlebender Stereotypen antisemitisch auf. Sein Drama ist zwar kein Pogromstück, doch stellt, im Bewusstsein der Shoah, seine unleugbare anti-jüdische Tendenz jedes Theater, und so auch Leserinnen und Leser, vor unüberwindliche Probleme.

 

Einmal im Monat – meistens am zweiten Mittwoch – bietet Wieland Ulrichs mit Freunden des KlezPo einen „Liederabend“ im Löwenstein an. Vorgestellt wird jeweils ein jiddischer Song. Treffen abends um 20 Uhr.

Der jüdisch-christliche Kalender für 2022 ist erschienen. Er umfasst das komplette jüdische Jahr 5782 sowie die ersten Monate 5783. Erhältlich gegen eine Mindestspende von 1 EURO im Löwenstein sowie den Buchhandlungen Hertel und Roter Buchladen.

Veranstaltungen 2022

(Änderungen aus aktuellem Anlass sind möglich)

16. Januar        „Jüdische Dichterinnen und Schriftstellerinnen“. – Esther Heling-Hitzemann und Hinrich Lange
lesen aus Werken von
Gückel von Hameln, Mascha Kaleko, Hannah Arndt und Ruth Klüger.
Übernahme aus dem Jahr 2021
In der Reihe: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

20. Februar      Thema noch offen

20. März           „Jüdische Sicht auf die Sintflutgeschichte“ mit Rabbiner Radbil, Konstanz

15. April           „1. Seder“ – Feier bei und mit der Jüdischen Kultusgemeinde

15. Mai             „Das sephardische Lied“ mit Wieland Ulrichs, Göttingen

16. – 19. Juni    Jüdische Kulturtage anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung des Lehrhauses mit offenen G‘ttesdiensten in der Synagoge Rote Straße 28 sowie Musik, Tanz und Vortrag
(Programm-Flyer im Mai)

Im Juli und August kein Lernnachmittag (Ferien)

18. September  „Die Bedeutung der Hohen Feiertage Rosch Haschana und Jom Kippur sowie die Zeit der Einkehr im Judentum“ mit N.N.

 9. Oktober      „Sukkot“ – Feier mit Grillen zum Auftakt des Laubhüttenfestest (ab 19 Uhr)

 9. November   „Lange Nacht der Erinnerung“
Beginn 19.30 Uhr

18. Dezember    „Chanukka – Vor dem Fest“ - Einstimmung auf die Feiertage mit Zünden des 1. Lichtes
(ab 19 Uhr)
(Für Speisen und Getränke wird ein Kostenbeitrag erhoben)

 

Veranstaltungen 2021

(Änderungen aus aktuellem Anlass sind möglich)

Wegen der noch immer aktuellen Beschränkungen angesichts der Corona-Pandemie können derzeit keine verbindlichen Zuordnungen von Themen / Referenten zu den geplanten Lehrhaus-Terminen gemacht werden. Vorgesehen sind nachfolgend genannte Termine:

17. Januar        „Jüdische Dichterinnen und Schriftstellerinnen“. – Esther Heling-Hitzemann und Hinrich Lange lesen aus Werken von Gückel von Hameln, Mascha Kaleko, Hannah Arndt und Ruth Klüger.

Diese im Rahmen des Bündnisses 27. Januar geplante Veranstaltung muss zu einem späteren Termin nachgeholt werden, weil die Referenten nicht ohne Kontakt zu den Zuhörern vortragen möchten.

21. Februar      ausgefallen

27. März           „1. Seder“ – Feier bei und mit der Jüdischen Kultusgemeinde (Sonnabend!)

18. April           Vortrag zum Gedenken an Ruth Klüger mit Dr. Hermann Engster

16. Mai             ausgefallen

16. – 20. Juni    Jüdische Kulturtage anlässlich des 19. Jahrestages des Lehrhauses mit Musik, Tanz und Vortrag (geplant; Programm-Flyer im Mai)

19. Juli              ausgefallen

Im August wegen der Sommerferien kein Lernnachmittag

12. September   Zum 200. Geburtstag von Louis Lewandowski
mit Kantor François Lilienfeld

20. September  Fest in der Sukka mit Grillen bei und mit der Jüdischen Kultusgemeinde (Montagabend)

17. Oktober      Das Drama vom Geld und dem Juden. Geldwirtschaft und Antisemitismus in Shakespeares Drama „Der Kaufmann von Venedig“ mit Dr. Hermann Engster

9. November   „Lange Nacht der Erinnerung“
Thema wird rechtzeitig bekannt gegeben
Beginn gegen 19.30 Uhr

5. Dezember    „7. Tag Chanukka – Feier mit Konzert“ (Für Speisen und Getränke wird ein Kostenbeitrag erhoben)

 

Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Der Eintritt ist in der Regel frei (Ausnahmen bei Bewirtung) – Kaffeepause eingeplant – über kleine und große Spenden freuen wir uns

Bei Fragen zu den einzelnen Veranstaltungen wenden Sie sich bitte an
Eva Tichauer Moritz oder Marie-Luise Küsgen

 

Wenn nicht anders angegeben und die Corona-Beschränkungen entfallen sind:
Beginn jeweils um 16 Uhr in der Begegnungsstätte Restaurant Löwenstein, Rote Straße 28, 37073 Göttingen.

 

Veranstaltungen 2020

(Änderungen aus aktuellem Anlass sind möglich):

Wenn nicht anders angegeben: Beginn jeweils um 16 Uhr in der
Begegnungsstätte Restaurant Löwenstein, Rote Straße 28, 37073 Göttingen.

19. Januar: „Wer an die Welt glaubt, kann nicht gottlos bleiben“ – Martin Buber über Atheismus und Frömmigkeit; mit Theologin Maja Glozober, Hannover

16. Februar: „Freuds Anna O.“ Über das Leben und Wirken der Berta Pappenheim“; mit Marianne Brentzel

22. März: „Jüdische Sicht auf die Sintflutgeschichte“; mit Rabbiner Radbil, Konstanz – Ausfall wegen Corona-Pandemie

8. April: „1. Seder“ – Feier bei und mit der Jüdischen Kultusgemeinde (Mittwoch!) – Kostenbeitrag für Speisen und Getränke – Ausfall wegen Corona-Pandemie

17. Mai: „Das sephardische Lied“; mit Wieland Ulrichs, Göttingen – Ausfall wegen Corona-Pandemie

14. – 16. Juni: Jüdische Kulturtage anlässlich des 18. Jahrestages des Lehrhauses mit Musik, Tanz und Vortrag – Ausfall wegen Corona-Pandemie

12. Juli: „Exkursion zum sephardischen Friedhof in Hamburg“ – Ausfall wegen Corona-Pandemie

Im August wegen Sommerferien kein Lernnachmittag

20. September: Rosch Haschana 5781, 2. Tag des Jüdischen Neujahrsfestes – Bedeutung der Hohen Feiertage für die Juden

18. Oktober: „Emmanuel Levinas – Ethik und Religionsphilosophie“;
mit Rüdiger Pürschel

9. November: „Lange Nacht der Erinnerung“: Beginn gegen 19.30 Uhr

15. November: Konzert mit Monica Guttmann & Ramón Jaffé

13. Dezember: „3. Tag Chanukka – Feier mit Konzert“ – Kostenbeitrag für Speisen und Getränke

 

Veranstaltungen 2019

20. Januar: „Wo man Bücher verbrennt...“ – zu Heinrich Heine, Lesung mit Hinrich Lange. Im Rahmen des Bündnis 27. Januar: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

17. Februar: „Klezmer-Musik: Band oder Orchester“ mit Wieland Ulrichs und KlezPO

17. März: „Bedeutung Esthers für die heutige Frau“ mit Haddassah Geburek – entfällt, dafür:
24. März:
„Es brennt“ über Mordechai Gebirtig mit Uwe von Seltmann

19. April: „1. Seder“ – Feier bei und mit der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen e.V. (Freitagabend; Unkostenbeitrag für Speisen und Getränke)

19. Mai: „Leben und Lieder der Oma Sima“ mit Kantor Yoed Sorek – entfällt, dafür: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung: Martin Bubers Bedeutung für das allgemeine Bild vom Menschen und für die Psychotherapie in seinem Buch „Ich und Du“ mit Maja Glozober

13. – 16. Juni: Jüdische Kulturtage anlässlich des 17. Jahrestages des Lehrhauses mit offenen G‘ttesdiensten in der Synagoge Rote Straße 28 sowie Musik, Tanz und Vortrag (Programm-Flyer im Mai)

Im Juli wegen der Sommerferien kein Lernnachmittag

18. August: „Klezmer“, Musik mit den „Evas“

15. September: Exkursion zu Plätzen der Verspottung des Judentums

13. Oktober: „Sukkot“; Feier in Zelten in unserer „Wüste“ entfällt, stattdessen

6. Oktober: „Von der Lower East Side zum Broadway“ mit François Lilienfeld

9. November: „Lange Nacht der Erinnerung“, Beginn 19.30 Uhr

17. November: Mitzwah-Day mit spannendem Programm

15. Dezember: „Chanukka – Vor dem Fest“ – Einstimmung auf die Feiertage (Für Speisen und Getränke wird ein Unkostenbeitrag erhoben)

Veranstaltungen 2018

21. Januar: „Stimmen der 53“ – Aus den Erinnerungen der 1933 vertriebenen Wissenschaftler der Uni Göttingen mit Hinrich Lange Im Rahmen des Bündnis 27. Januar: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

18. Februar: „Jiddische Lieder zum Mitsingen und Lernen mit dem KlezPO“, Leitung Wieland Ulrichs

30. März: „1. Seder“ – Feier bei und mit der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen e.V. (Freitagabend; Unkostenbeitrag für Speisen und Getränke)

15. April: „Der Comic aus der Hand jüdischer Zeichner“ von ,Vater und Sohn‘ bis ,Wonder-Woman‘ (verlegt in die Kulturtage); stattdessen: „Ich war ein Wolfskind aus Königsberg“

27. Mai: „Die Kindertransporte“ (vorgezogen auf den 15. April); stattdessen: „Umgang mit Antisemitismus in Deutschland“ mit Dr. Sergey Lagodinsky

14. – 17. Juni: Jüdische Kulturtage anlässlich des 16. Jahrestages des Lehrhauses mit offenen G‘ttesdiensten in der Synagoge Rote Straße 28 sowie Musik, Tanz und Vortrag (Programm-Flyer Anfang Juni)

Im Juli wegen der Sommerferien kein Lernnachmittag

19. August: „Klezmer-Konzert“ mit den Evas

16. September: „Die jüdische Mathematikerin Emmy Noether“
mit Dr. Cordula Tollmien

21. Oktober: „Konzert“ nach Ansage (entfällt) – stattdessen: „Leonard Cohen, Melancholiker und Rebell“ mit Dr. Jonas Engelmann

9. November: „Kabbalat Schabbat“ am Mahnmal der ehemaligen Synagoge
(17.15 Uhr – Obere Masch);
ab etwa 19.30 Uhr: „Lange Nacht der Erinnerung“ – mit einem Überlebenden der Kindertransporte nach England; im Begegnungszentrum Löwenstein

9. Dezember: „7. Tag Chanukka – Feier mit Konzert“ bei und mit der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen e.V.
(Für Speisen und Getränke wird ein Unkostenbeitrag erhoben)

Auch im Programm:

Israelische Tänze mit Roxana Alvarez Tichauer

Tänze voller Lebensfreude – von den Anfängen der Siedlerbewegung bis heute. Von traditionell bis modern, von ruhig bis schnell. Da wir vor allem Kreistänze tanzen, ist kein fester Partner erforderlich.
Wir treffen uns einmal im Monat – in der Regel vor dem Lehrhaustermin bei Arbeit und Leben.
Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Nähere Informationen bei Marie-Luise Küsgen

 

Das jüdische Bildungsproblem auf allen Stufen und in allen Formen ist die jüdische Lebensfrage des Augenblicks:
Des Augenblicks. Denn wahrhaftig: die Zeit zum Handeln ist gekommen –
„Zeit ists zu handeln für den Herrn – sie zernichten deine Lehre“ (Ps.119,126).

Franz Rosenzweig, der Begründer des Freien Jüdischen Lehrhauses in Frankfurt (1920), in einem an Hermann Cohen adressierten Aufruf aus dem Jahre 1917

 


Am 24. Juli 2005 wurde die
Jüdische Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen e.V. 
gegründet. Veranstaltungen und Informationen auf der eigenen Homepage.
 


 

Die Vorsitzende des jüdischen Lehrhauses Göttingen und der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen begründet ihre von vielen Betroffenen geteilte Ablehnung der Projekte "Stolpersteine".

Letzte Änderung 10.2.2020
Webadministrator: Alexander Gutowski.
Dr. Cordula Tollmien hat die Seite bis Januar 2007 betreut, anschließend bis Oktober 2011 war Petra Hangaly verantwortlich.

Hier finden Sie eine alphabetische Übersicht über alle Dateien dieser Homepage, die sich allerdings noch im Aufbau befindet. Deshalb zunächst einmal nur alles zu Hilde Domin, Elisa Klapheck und Franz Rosenzweig!

 

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